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Der
HERMANN
Effekt.

Für den CO2-Fußabdruck eines
Lebensmittels werden die Treibhaus-
Emissionen entlang der gesamten
Lebensmittel-Wertschöpfungskette
herangezogen.

Dr. Thomas Lindenthal ist Klimabilanzierungs-Experte und beschäftigt sich seit 25 Jahren mit biologischer Landwirtschaft und nachhaltiger Ernährung sowie seit 10 Jahren mit CO2-Bilanzierung und Nachhaltigkeitsbewertung.

Gesund für Mensch und Umwelt.

Bei der Umstellung von einer omnivoren Ernährung (also sowohl tierischer als auch pflanzlicher Nahrung) hin zu einer vegetarischen Bio-Ernährung werden bis zu 57 % der Treibhausgase eingespart, das nennt man den HERMANN Effekt. Wer sich also konsequent biologisch und vegetarisch ernährt, leistet entlang der gesamten Lebensmittelkette an jedem Punkt einen Beitrag zum Schutz unseres Klimas und unserer Umwelt – und ist damit Teil des HERMANN Effekts. Mit einem Beispiel lässt sich der HERMANN Effekt gut veranschaulichen: Nur eine Fleischmahlzeit weniger pro Woche und es dürfen 3 Tiere pro Jahr ihr Leben behalten. Zusätzlich verringern Sie dabei auch noch Ihren CO2-Fußabdruck.


Dr. Thomas Lindenthal beschäftigt sich seit 25 Jahren mit biologischer Landwirtschaft und nachhaltiger Ernährung sowie seit 10 Jahren mit CO2-Bilanzierung und Nachhaltigkeitsbewertung. Als Klimabilanzierungs-Experte gibt er wertvolle Tipps, wie sich der eigene CO2-Fußabdruck in Bezug auf die Ernährung verringern lässt. Doch was steckt eigentlich hinter dem CO2-Fußabdruck und wie berechnet sich dieser?

Wie errechnet sich der CO2-Fußabdruck?

Für den CO2-Fußabdruck eines Lebensmittels werden die Treibhaus-Emissionen entlang der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette herangezogen. Das beginnt bei den Vorleistungen in der Landwirtschaft, wie zum Beispiel dem Transport von Düngemitteln, Futtermitteln und Pestiziden. Sodann fließen die Produktionsprozesse in der Landwirtschaft selbst in die Berechnung ein: die aufgewendete Energie, die verwendeten Betriebsmittel, technologische Prozesse sowie die Emissionen, die bei der Bearbeitung der Böden entstehen. Und schließlich schlägt auch die Verarbeitung der Rohstoffe, die Lagerung und der Transport der einzelnen Zutaten bis hin zur Distribution im Handel zu Buche. Geht es um ein tierisches Produkt, kommt neben den Futtermitteln und der Tierhaltung außerdem noch der Methan-Ausstoß der Tiere hinzu, was vor allem bei Rindern relevant ist.

Um den tatsächlichen CO2-Fußabdruck eines Lebensmittels zu errechnen, braucht es also viele Details und vor allem große Datenbanken, in denen die einzelnen Produktionsschritte genau gelistet und berechnet sind. Die Treibhausgas/CO2-Emissionen werden für jedes Lebensmittel individuell berechnet, wobei die Mittelwerte aus europäischer Forschung mit konkreten Erhebungen aus österreichischen Forschungsprojekten verglichen werden. Nur so kommt man, laut Lindenthal, zu einem aussagekräftigen Wert. Da inzwischen die Datenlage sehr gut ist, lassen sich verschiedene Ernährungsstile und die durch sie verursachten Emissionen gut vergleichen.