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Kinder
kochen.

Kochen ist etwas Existenzielles,
jedes Kind kann das lernen, und
je früher, desto besser.

Das Elternhaus hat einen
maßgebenden Einfluss darauf,
wie sich das Kind ernährt. Ernähren
sich die Eltern vielfältig und gesund,
so tut es auch das Kind.

Seit über zwölf Jahren gibt Heidi Strobl Tipps – in Form von Rezepten, die unter dem Namen „Lilli kocht“ wöchentlich in der Freizeit-Ausgabe des Kuriers erscheinen.

Was koche ich heute für Mama und Papa?

Es ist 11:15 Uhr – Zeit, über das Essen für die Familie nachzudenken. Was soll gekocht werden, damit es allen schmeckt? Gesund muss es sein und es darf nicht allzu viel Zeit kosten – nicht, dass der Hunger zu groß und die Kinder grantig werden. Welche saisonalen Zutaten sind überhaupt zuhause, und was macht die 4-jährige Eva und den 10-jährigen Thomas glücklich? Eine Herausforderung, die mit HERMANN und ein paar hilfreichen Tipps & Tricks gemeistert werden kann. Denn jetzt gibt es Kinderrezepte von HERMANN. Die schmecken und lassen auch Mama und Papa das Wasser im Mund zusammenlaufen.


Dass die richtige Ernährung von Kindern für Erziehungsberechtigte eine Herausforderung sein kann, weiß Heidi Strobl. Als Mutter eines 16-jährigen Sohnes hat sie jede Entwicklungsphase hautnah miterlebt. Seit über zwölf Jahren gibt Heidi Strobl nun Tipps in Form von Rezepten, die unter dem Namen „Lilli kocht“ wöchentlich in der Freizeit-Ausgabe des Kuriers erscheinen. „Lilli kocht“ ist eine Kinder-Koch-Serie, die zeigt, wie viel Spaß Kochen machen kann. Das Format hat sich bewährt, viele Eltern, aber auch Großeltern, kochen die Rezepte mit ihren Kindern bzw. Enkelkindern nach und senden der Journalistin Fotos ihrer Kreationen. Feedback bekommt die gebürtige Weinviertlerin übrigens auch, wenn ein oder zwei Wochen kein „Lilli kocht“-Rezept erscheint – in der Sorge, ob das Format denn nicht weitergeführt wird.

Kochen ist für Strobl etwas Existenzielles, jedes Kind kann das lernen, und je früher, desto besser. Hinter jedem Lilli-Rezept steht eine Frage, die Kinder zum Nachdenken anregen soll: Wie wachsen eigentlich Erdbeeren? Und wie Kartoffeln? Woher kommt die Milch? Welches Gemüse gibt es aktuell im Garten? Wann ist welches Obst reif? So lernen Kinder ganz grundlegendes Basiswissen. Aber das Allerwichtigste bei „Lilli kocht“ – die Rezepte schmecken und machen Spaß! Und wer Kinder hat, weiß: So einfach ist das nicht. Hier heißt es ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren.

Spielerisches Lernen in der Küche

Lesen und Rechnen, Physik und Chemie, und sogar komplexe Abläufe planen – all das lernen Kinder ganz nebenbei, und zwar beim Kochen!

Es beginnt schon bei der Frage: Koche ich heute nur für mich und die Mama? Oder sind auch meine Schwester und der Papa dabei? Vielleicht kommen sogar Oma und Opa – dann heißt es fleißig rechnen, damit die Zutaten in ausreichender Menge vorhanden sind. Wann schmilzt eigentlich Butter? Und wie wird das Eiklar zu Eischnee? So lernen Kinder sogar physikalische Vorgänge kennen, die bei der Zubereitung von Speisen ablaufen, ganz einfach beim Selberkochen. Selbst Sprachen können beim Kochen erlernt werden. Wenn beispielsweise Englisch als Unterrichtsfach nicht besonders beliebt ist, kann der spielerische Umgang mit englischen Rezepten probiert werden.

Heidi Strobl, deren liebstes Rezept die Topfennockerl sind, hat bei der Rezeptentwicklung auch immer wieder an ihren Sohn gedacht – was kann er schon? Wie weit ist er in der Entwicklung, um das Rezept als Ganzes verstehen zu können? Denn eines ist klar: Die 4-jährige Eva hat ein anderes Verständnis als der 10-jährige Thomas.

Das A und O in der Kinderküche

Wie entwickeln Kinder ein umfassendes Verständnis für Lebensmittel? Indem sie die Zutaten von der Pike auf kennenlernen. Wer einen Garten oder ein eigenes Beet zur Verfügung hat, sollte den Platz nutzen und Kinder aktiv einbeziehen. Karottensamen werden im Frühjahr gesät, die nächsten Monate gegossen und, wenn sie groß genug sind, geerntet. Wenn Kinder Gemüse ernten, ist das ein Erlebnis: Die Karotte aus der Erde sieht ganz anders aus als die aus dem Supermarkt. Da ist Karottengrün und Erde dran – Tatsachen, die Kinder bei der Ernte bewusst wahrnehmen. Auch das gemeinsame Ausgraben der Kartoffeln ist eine aufregende Entdeckungstour. Haben sich eventuell etwas tiefer in der Erde noch ein paar Kartoffeln versteckt? Der Zugang zu Gemüse wird bei der Ernte ein ganz anderer. Außerdem: Es gibt nicht nur gelbe Kartoffeln, sondern auch rote und lilafarbene. Strobl empfiehlt, Kindern von Beginn an die Vielfalt der Natur zu zeigen und sie alles Essbare kosten zu lassen. Zwar möchte nicht jedes Kind kosten, aber zumindest die Möglichkeit dazu sollte geboten werden. Der eigene Instinkt ist wichtig und wird, wenn das Kind direkt am Lebensmittel dran ist, ausgebildet und gestärkt.

Für Strobl selbst gehören Kochen und der Anbau von Obst und Gemüse, seit sie sich erinnern kann, zu ihrem Leben dazu. Aufgewachsen ist die Journalistin in einem Wirtshaus im nördlichen Weinviertel, die Zubereitung von Speisen und all die verschiedenen und vielfältigen Zutaten waren immer präsent. Es war nicht unbedingt eine Passion, aber es war immer ein Thema, das zum täglichen Leben dazugehört. So hat sie der frühe Umgang mit Lebensmitteln nachhaltig beeindruckt und ist der Grund, warum sie ihren Sohn von Anfang an im Garten und in der Küche miteinbezog. Strobl ist sich bewusst: Nicht jeder hat einen Garten oder ein Beet zur Verfügung. Aber es gibt immer Wege, einem Kind den Umgang mit Lebensmitteln näherzubringen. Für frisches Obst und Gemüse geht man am besten auf einen Markt und kauft direkt von regional ansässigen Bauern. Ist auch diese Möglichkeit nicht gegeben, unternimmt man hin und wieder einen Ausflug zum Bauern und schafft so, selbst bei kleinen Kindern, ein Bewusstsein für Lebensmittel.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Das Elternhaus hat einen maßgebenden Einfluss auf das Verhältnis der Kinder zu dem, was auf den Tisch kommt. Wichtig ist die Einstellung und dass man sich als Elternteil bewusst mit gesunder Ernährung auseinandersetzt. Die österreichische Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler hat einmal gesagt. „Wir essen nicht das oft, was wir gern essen, sondern wir essen das gern, was wir oft essen.“ Essen ist also ein Lernprozess. Wie Muskeln oder Gehirnzellen muss auch der Geschmack trainiert werden und zwar je früher, desto besser. Kleinkinder, die von ihren Eltern zu wenig verschiedene Speisen aufgetischt bekommen, verfestigen bereits in frühen Jahren einen einseitigen Geschmack. Daher ist wichtig: ein abwechslungsreicher Speiseplan, wo die Kinder bei der Auswahl und der Zubereitung direkt miteinbezogen werden.