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Leichter
Genuss.

Hunger ist ein sehr komplexer Vorgang,
bei dem biochemische, physiologische und
psychische Prozesse zusammenspielen.

Jürgen König ist Professor am Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien und Spezialist, wenn es um das Thema Hunger und Sättigung geht.

Leichtigkeit neu
definiert.

Unangenehmes Völlegefühl, Trägheit und bleierne Müdigkeit – wir alle kennen das. Besonders an Feiertagen oder bei größeren Festen, wenn wir unregelmäßig oder einfach zu viel gegessen haben. Das kann vorkommen. Wir sollten aber danach möglichst schnell wieder zu einem ausgewogenen Speiseplan zurückfinden und versuchen, unsere Ernährung so zu gestalten, dass sie uns Leichtigkeit und Vitalität vermittelt und es erst gar nicht zu dem berüchtigten Nachmittagstief kommt.


Leichtigkeit und Vitalität beginnen aber bereits vor dem Essen. Oder anders gesagt, richtig Essen beginnt beim Hunger. Jürgen König ist Professor am Department für Ernährungswissenschaften der Universität Wien und er beschäftigt sich seit Beginn seines Studiums mit unterschiedlichen Aspekten der Ernährung. Sein Fachgebiet ist die „Spezielle Humanernährung“ – ein sehr weites Feld. Es reicht von molekularen Methoden bis hin zu nachhaltiger Ernährung, die relevante Umwelteinflüsse miteinbezieht. Seit 30 Jahren ist der gebürtige Deutsche an der Universität Wien beschäftigt, wo er Studierenden am Institut sein Wissen vermittelt. König ist Spezialist, wenn es um das Thema Hunger und Sättigung geht.

Hunger – was ist das eigentlich?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn Hunger ist ein sehr komplexer Vorgang, bei dem biochemische, physiologische und psychische Prozesse zusammenspielen. Ob der Magen voll oder leer ist, ist nicht unbedingt ausschlaggebend für das Gefühl von Hunger oder Sättigung. Wir alle kennen das typische Magenknurren, das üblicherweise auftritt, je leerer der Magen ist. Es ist ein akustisches Signal: Der Körper benötigt Nahrung. Aber Achtung! Magenknurren kann auch andere Ursachen haben.

Das Hungergefühl entsteht nicht im Magen, vielmehr ist der Glukosespiegel im Blut dafür verantwortlich. Die Höhe des Glukosespiegels wird von Rezeptoren in Magen und Leber gemessen, anschließend an den Hypothalamus im Zwischenhirn gemeldet, wo sich das Hunger- sowie Sättigungszentrum des Körpers befindet. Darüber hinaus ist der Insulinspiegel – ein Begriff, der im Umgang mit Diabetes eine entscheidende Rolle spielt – im Körper relevant, ebenso die Fettreserven, die das Hormon Leptin freisetzen. Dieses Hormon meldet den Status zur Gesamtversorgung des Körpers und signalisiert dem Gehirn: „Genug Energiereserven vorhanden“ oder „Es wird Energienachschub benötigt“.

Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde das Hormon Ghrelin entdeckt. Dieses Hormon meldet dem Körper, wann er mit der Nahrungsaufnahme beginnen bzw. aufhören sollte. Vor der Nahrungsaufnahme ist die Konzentration dieses Hormons hoch, während und nach dem Essen fällt der Ghrelinspiegel im Körper wieder ab.